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AG Präsident Matthias Steinmetz an Bord von SOFIA

3. März 2015; Dörte Mehlert (mehlert@dsi.uni-stuttgart.de)

Matthias Steinmetz, Präsident der Astronomischen Gesellschaft e.V. (AG) und wissenschaftlicher Vorstand des Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), hat letzte Woche an einem SOFIA Forschungsflug teilgenommen und sich persönlich von dem einmaligen Potential überzeugt, das SOFIA für die Erforschung des infraroten Universums in der nächsten Dekade bietet. Zurzeit ist er eigentlich anlässlich eines vierwöchigen Forschungsaufenthaltes am Kavli Institute for Theoretical Physics der University of California in Santa Barbara. Als ihm aber vom DSI die Gelegenheit angeboten wurde, an einem SOFIA Flug teilzunehmen, ist er am Donnerstag, den 26. Februar nach Palmdale gefahren. Dort hat er kurzerhand alle notwendigen Einweisungen und Sicherheitsübungen absolviert, um noch am selben Abend an Bord der fliegenden Sternwarte zu gehen und dem letzten Abnahmeflug des  Echelle-Spectrographen EXES beizuwohnen.

Den Astronom in ihm faszinierte am meisten die von Thierry Fouchet (Observatoire de Paris, Université Pierre et Marie Curie) geplante Beobachtung des organischen Radikals CH3 (Methyl) in der Jupiteratmosphäre bei einer Wellenlänge von etwa 16,5 µm. "Mit Methyl hat sich schon Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ihrer Zeit als Physikerin in ihrer Doktorarbeit beschäftigt – allerdings im Rahmen theoretischer Berechnungen auf der Erde", ergänzt Steinmetz verschmitzt. Durch die Rekombination von CH3 entsteht Ethan (C2H6), welches auf dem Jupiter in großen Mengen vorkommt. Steinmetz ist gespannt, ob Methyl nun tatsächlich mit SOFIA und EXES auf dem Jupiter detektiert wurde und somit die großen Ethanvorkommnisse erklärt werden könnten.
„Aber dass man bei 35000 Fuß Flughöhe im Flugzeug eine Tür aufmachen kann und nichts davon spürt – nicht mal eine Zunahme des Fluglärms – das ist wirklich ein Erlebnis“, schwärmt der Technik-Fan in Steinmetz. Beeindruckt war der Forscher auch von der Begeisterung des gesamten SOFIA Teams – vom Piloten über den „Mission Director“ bis hin zu den Wissenschaftlern und Ingenieuren an Bord.









Als Galaxiendynamiker und Kosmologe hat Steinmetz derzeit keine eigenen Beobachtungen mit SOFIA geplant. „Allerdings könnte sich das mittelfristig gerade im Kontext von detaillierten Untersuchungen des interstellaren Gases ergeben“, überlegt der „gelernte“ theoretische Astrophysiker ein. Steinmetz ist überzeugt, dass SOFIA Astronomen weltweit Beobachtungsmöglich keiten bietet, die in der Form derzeit keine andere Satellitenmission erlaubt. „Zumal SOFIAs Instrumentierung – anders als bei klassischen Weltraummissionen - kontinuierlich weiterentwickelt und auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten werden kann“, fügt er hinzu.


In Deutschland leitet Matthias Steinmetz das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) und hat als Präsident der AG gleichzeitig den Vorsitz des Rats Deutscher Sternwarten (RDS) inne. Zusätzlich ist er der deutsche Vertreter bei der Internationalen Astronomischen Union (IAU).

Links:

Kontakt: Dörte Mehlert, Email: mehlert@dsi.uni.stuttgart.de; Tel.:0711 - 685-69632

SOFIA, das Stratosphären Observatorium Für Infrarot Astronomie, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR; Fond: 50OK0901 und 50OK1301) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA). Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des DLR.