20. Mai 2011 / Ulrike Pawlik

Newsletter Januar 2011

SOFIA öffnet eine neues Fenster zu den Sternentstehungsprozessen im Sternbild Orion

 

SOFIA öffnet eine neues Fenster zu den Sternentstehungsprozessen im Sternbild Orion

 

Das Infrarotbild von SOFIA im mittleren Infraroten Bereich von Messier 42 (M42) im Sternbild Orion liefert neue Informationen zu Sternentstehungsprozessen. Das Bild wurde aus Daten zusammengesetzt, die mit dem FORCAST-Instrument (Faint Object InfraRed-CAmera, P.I. Terry Herter, Cornell University) während der Kampagne "SOFIA Short Science 1" im Dezember gewonnen wurden. Hierzu wurden Aufnahmen im mittleren Infraroten (MIR) bei Wellenlängen von 19,7 µm und 37,1 µm gemacht. Letztere ist zurzeit weder vom Erdboden noch von einem Satelliten aus zu beobachten.
Auf dem Bild sind einerseits die detaillierten Strukturen der Materie zu erkennen, aus der in Kürze Sterne entstehen. Andererseits zeigt die Aufnahme oben rechts die warmen Staub- und Gaswolken, die einen Haufen gerade neu entstandener Sterne umgeben und zum Teil abdecken. Das linke und das mittlere Bild zeigen Vergleichsdaten der gleichen Himmelsregion im gleichen Maßstab und bei gleicher Orientierung. Die linke Aufnahme wurde im optischen Wellenlängenbereich, der für das menschliche Auge sichtbar ist, gewonnen und verdeutlicht wie die dichten Wolken des interstellaren Staubs unseren Blick in die inneren Bereiche der Sternentstehungsregion verhindern. Die Aufnahme im nahen Infraroten (Mitte) dringt zum Teil durch diesen Staub hindurch und offenbart ein Vielzahl von Sternen in den unterschiedlichsten Entstehungsphasen im Innern der Wolke.

SOFIAs MIR - Beobachtungen geben der Sternentstehungsregion M42 ein deutlich anderes Gesicht als vorherige Aufnahmen. So ist zum Beispiel die Staubwolke oben links im Bild im optischen Bereich komplett und im nahen Infrarot teilweise undurchsichtig. In der MIR Aufnahme von SOFIA dagegen ist deutlich die eigene Wärmestrahlung dieser Staubregion zu sehen. Auch der helle Sternentstehungshaufen oben rechts ist im MIR eines der auffälligsten Merkmale der Region, im nahen Infraroten ist sie deutlich schwächer, im optischen komplett versteckt.
Auf der anderen Seite sind die hellen Sterne des Trapezhaufens im nahen Infraroten und optischen in der Mitte der Bilder deutlich zu sehen, in der MIR Aufnahme von SOFIA dagegen sind sie nicht auszumachen.

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