Functional Operations Check Flight

3. November 2021 /

Jährliche SOFIA Wartung abgeschlossen

[Bild: DSI / FLorian Behrens]

In den letzten sechs Wochen wurde SOFIA am NASA Armstrong Flight Research Center (AFRC) in Palmdale, Kalifornien, seiner jährlichen Wartung unterzogen. Dabei hat das SOFIA Team routinemäßige Wartungsarbeiten durchgeführt, denen sich jedes Flugzeug regelmäßig unterziehen muss und auch die technischen Besonderheiten überprüft, die durch den Umbau der 747SP zur fliegenden Sternwarte entstanden sind.

Teleskoptür erstmals seit 2008 ausgebaut

Ein Fokus der diesjährigen Wartung lag auf dem Rolltor, das sich vor Beginn der wissenschaftlichen Beobachtungen öffnet, damit das Teleskop einen freien Blick auf den Himmel bekommt. Zum ersten Mal seit 2008 wurde das Tor mit der Abmessung von 4,5 mal 6 Meter vom Flugzeugrumpf abgenommen und auf Herz und Nieren geprüft, seine Lager gereinigt und bei Bedarf ausgetauscht.
Der Ingenieur, der seinerzeit die Entwicklung der oberen starren Tür geleitet hatte, kehrte sogar extra aus dem Ruhestand in das SOFIA-Team zurück, um bei der Wartung der Tür zu unterstützen.

TeleskoptürDas SOFIA-Team senkt die Teleskoptür zur Inspektion und Wartung auf einen Ständer. Copyright: Syd Meyers.

Zum Schutz des Teleskops hatten die Kollegen und Kolleginnen des Deutsche SOFIA Instituts (DSI) der Universität Stuttgart, das auf der deutschen Seite SOFIAs Betrieb koordiniert, vor dem Beginn der umfangreichen Arbeiten an der Teleskoptür diverse Schutzmaßnahmen ergriffen. So musste z.B. das aktuell angebaute wissenschaftliche Instrument zunächst abgebaut und gegen ein Ersatzgewicht ausgetauscht werden. Alle Teleskopspiegel wurden mit speziellen Gehäusen oder Paneelen abgedeckt, bevor dann das komplette Teleskop mit einer Schutzhülle ummantelt wurde.

Eingepacktes TeleskopDas SOFIA-Team beginnt mit dem Abnehmen der Teleskoptür vom Flugzeug, die zum ersten Mal seit 2008 ausgebaut und gewartet wurde. Das Teleskop selbst ist dabei mit einer Schutzhülle ummantelt. Copyright: Syd Meyers.

Außerdem hat das DSI-Team turnusmäßige Wartungsarbeiten an verschiedenen Systemen des Teleskops durchgeführt sowie das Upgrade zweier Leitkameras, das für die nächste Wartungsperiode vorgesehen ist, vorbereitet. „Wir nutzen die Wartungszeiten des Flugzeugs stets dafür, das Teleskop zu warten und einzelne Komponenten auf den neuesten Stand der Technik zu bringen“, sagt Michael Hütwohl, Leiter des DSI-Teams am AFRC und SOFIA-Teleskop Manager.

„SOFIA Wartungen sind immer eine unglaublich teamorientierte Herausforderung“, so Jonathan Brown, SOFIAs Systemingenieur und Integrationsleiter von der NASA. „Ob es sich nun um das Teleskop, die Missionssysteme oder die Avionik handelt – nur wenn alle ihren Teil beisteuern, können wir erfolgreich sein.“

Bevor SOFIA in dieser Woche wieder mit Wissenschaftsflügen beginnen konnte, hatte das DSI Team vorab die Schutzhülle des Teleskops sowie die Spiegelabdeckungen entfernt und vor allem den Hauptspiegel mit einem Durchmesser von 2,7 Metern einer genauen Inspektion unterzogen. „SOFIA ist nun weiterhin bereit, in den kommenden 12 Monaten zuverlässig exzellente astronomische Beobachtung im mittleren und fernen Infrarotbereich zu absolvieren“, so Michael Hütwohl.

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SOFIA, das Stratosphären Observatorium Für Infrarot Astronomie, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR; Förderkennzeichen 50OK0901, 50OK1301 und 50OK1701) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA). Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des DLR.

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