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SOFIA enthüllt eine Überraschung bei der Entstehung massiver Sterne

16. April 2013; Dr. Dörte Mehlert

Abb. 1   zeigt FORCAST Aufnahmen von G35 bei Wellenlängen von 31 (links) und 37 (rechts)
Mikrometern (Zhang et al. 2013, Astrophysical Journal).

 

Eine Forschergruppe um Yichen Zhang von der University of Florida hat mit SOFIA die bislang detailliertesten Aufnahmen eines massiven Sterns im mittleren infraroten Wellenlängenbereich bei seiner Entstehung gemacht und dabei Überraschendes gefunden. Innerhalb eines Kokons aus Staub und Gas formiert sich gerade der Stern G35.20-0.74, der 20 Mal so schwer sein wird wie unsere Sonne. Zhangs Daten zeigen, dass G35 dabei den gleichen geordneten Prozessen folgt wie leichtere Sterne - wie eben unsere Sonne - und durch einen einfachen, symmetrischen Kollaps einer interstellaren Wolke entsteht. Diese Erkenntnis passt zu aktuellen Beobachtungen von einer Forschergruppe um Alvaro Sánchez-Monge und Riccardo Cesaroni vom Arcetri Observatorium in Florenz mit dem Radio/submm-Teleskop-Array ALMA [1], die um das Zentrum von G35 eine rotierende Scheibe entdeckt haben, in der sich Gasteilchen auf wohlgeordneten sogenannten Keplerbahnen um eine Zentalmasse von etwa 18 Sonnenmassen bewegen. Bislang hatten Wissenschaftler erwartet, dass die turbulente und chaotische Umgebung, denen massive Sterne üblicherweise entspringen, kompliziertere Prozesse zur Folge haben würden. Die Infrarot-Aufnahmen von G35, die zu Zhangs Erkenntnisse geführt haben, sind im Sommer 2011 bei Wellenlängen von 11, 20, 32 und 37 Mikrometer mit dem SOFIA FORCAST [2] Instrument durchgeführt worden, das von einem Team um Terry Herter von der Cornell University gebaut wurde.  „Da G35 ein massereicher Protostern ist, der sich in einer Entfernung von nur etwa 8000 Lichtjahren und somit in unserer relativen Nachbarschaft befindet, ist er ideal dafür geeignet, die tatsächliche Entstehung von massiven Sternen genauer zu untersuchen“, so Hans Zinnecker, stellvertretender Direktor von SOFIAs wissenschaftlichem Zentrum, der an den jüngsten Arbeiten von Sánchez-Monge zu G35 als Ko-Autor beteiligt ist. Die wissenschaftlichen Daten und Ergebnisse von Zhang und seinen Kollegen sind am 10. April 2013 in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal  (ApJ) veröffentlicht worden, während die korrespondierenden ALMA  Beobachtungen in Kürze in Astronomy and Astrophysics Letters erscheinen werden.


[1] ALMA - Atacama Large Millimeter/submillimeter Array
[2] FORCAST - Faint Object InfraRed Camera for the SOFIA Telescope


Pressemitteilung der NASA / von USRA:
http://www.sofia.usra.edu/News/news_2013/04_16_13/index.html

Links zu den wissenschaftlichen Veröffentlichungen:
Zhang et al.,  ApJ 767,p.58, April 2013
Sánchez-Monge et al. A&A, in press

Kontakt:
Dr. Dörte Mehlert
Deutsches SOFIA-Institut
Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon: +49(0)711-685-69632 
E-mail: mehlert@dsi.uni-stuttgart.de  
 

SOFIA, das Stratosphären Observatorium Für Infrarot Astronomie, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR; Fond: 50OK0901 und 50OK1301) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA). Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des DLR.