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SOFIA zieht Kreise – zwischen Mars und Jupiter

Minor Planet Center benennt Kleinplaneten nach der fliegenden Sternwarte

27. Juni 2018; Dörte Mehlert (mehlert@dsi.uni-stuttgart.de)

SOFIA, dem Stratosphären Observatorium für Infrarot-Astronomie, wurde eine ganz besondere Ehre zuteil: Seit dem 30.4.2018 trägt der Kleinplanet mit der Nummer 239672 den Namen der fliegenden Sternwarte – so gab es das Minor Planet Center (MPC) der Internationalen Astronomischen Gesellschaft (IAU) bekannt.

Zu verdanken ist dies seinem Entdecker Felix Hormuth. Der hatte den Asteroiden in der Nacht vom 21.12.2008 mit dem 1,23 m Teleskop des Calar Alto Observatoriums entdeckt. Seine sich stetig verändernde Position hatte ihn in zeitversetzten Aufnahmen verraten. Das MPC gab dem Asteroiden daraufhin zunächst die vorläufige Bezeichnung „2008 YS 1“.

Nachdem die Position des neu entdeckten Kleinplaneten im Laufe der Jahre von zahlreichen weiteren Beobachtern wiederholt vermessen wurde, erhielt er seine dauerhafte Nummer 239672. Hierzu fordert das MPC Beobachtungen, die sich über mindestens vier sogenannte Oppositionen erstrecken. Unter einer Opposition versteht man, dass die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne den Kleinplaneten „überholt“ und dieser dann über weite Teile der Nacht gut beobachtet werden kann. Damit gilt die Bahn als ausreichend genau bestimmbar, um den Asteroiden auch in Zukunft am Himmel wiederzufinden.

Nach erfolgter Nummerierung hat der Entdecker dann das Privileg, binnen zehn Jahren einen Namen vorzuschlagen, der verschiedene Kriterien erfüllen muss. Ein 15-köpfiges internationales Komitee der IAU entscheidet dann darüber, ob der Vorschlag angenommen wird. Im Oktober 2017 war Felix Hormuth erneut am Calar Alto Observatorium und traf Karsten Schindler vom Deutschen SOFIA Institut der Universität Stuttgart, um gemeinsam eine Sternbedeckung durch den Neptunmond Triton parallel zu SOFIA zu beobachten – und die Idee war geboren: "Da SOFIA unser Sonnensystem auf ganz besondere Weise erforschen kann, finde ich es nur passend, dass dieser fliegenden Sternwarte nun ein Namensvetter mit permanentem Posten außerhalb der Erdatmosphäre gewidmet ist.", so Felix Hormuth.

(239672) SOFIA zieht seine Bahnen im äußeren Hauptgürtel unseres Sonnensystems zwischen Mars und Jupiter – ein SOFIA-Jahr dauert 4,81 Erdjahre. Die genaue Größe des Asteroiden konnte bislang noch nicht gemessen werden. Unter der Annahme, dass der Asteroid kugelförmig ist und ein mittleres Rückstrahlvermögen hat, läge der Durchmesser je nach chemischer Zusammensetzung näherungsweise zwischen 4,6 km (C-Asteroid mit dunkler, kohlenstoffartiger Oberfläche) und 1,8 km (S-Asteroid mit hellerer, steinartiger Oberfläche). Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei (239672) SOFIA aber eher um einen unregelmäßig geformten Körper.

Aufgrund der Bahnkonstellation ist eine Beobachtung des Kleinplaneten erst wieder ab Herbst möglich. Dann steht (239672) SOFIA wieder am Morgenhimmel – bis dahin zieht der Kleinplanet aus Sicht des Erdbeobachters hinter der Sonne vorbei.

Pressemitteilung der Universität Stuttgart zu (239672) SOFIA

Weitere SOFIA Links

Kontakt: Dörte Mehlert, Email: mehlert@dsi.uni-stuttgart.de; Tel.:0711 - 685-69632

SOFIA, das Stratosphären Observatorium Für Infrarot Astronomie, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR; Förderkennzeichen 50OK0901, 50OK1301 und 50OK1701) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA). Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des DLR.