Leitung
Prof. Dr. rer. nat. Alfred Krabbe

Assistenz
Barbara Klett

Geschäftsleitung
Dr.-Ing. Thomas Keilig

Deputy SMO Director (Kalifornien)
Dr. rer. nat Bernhard Schulz

Standortleiter AFRC & SOFIA Teleskop Manager
Dipl.-Ing. Michael Hütwohl

Standortleiter ARC & und Facility Scientist
Dr. rer. nat. Jürgen Wolf

Technology Advisor
Prof. Dr.-Ing. Jörg Wagner

Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. rer. nat. Dörte Mehlert


Deutsches SOFIA Institut
Pfaffenwaldring 29
70569 Stuttgart

Tel. +49 (0)711/685-62379
Fax +49 (0)711/685-63596

 

Junior-Ingenieur-Akademie startet an DSI Partnerschule in Göttingen

8. Oktober 2015; Dörte Mehlert, Wolfgang Vieser (mehlert@dsi.uni-stuttgart.de)

Am Freitag den 9. Oktober wird die neue  Junior-Ingenieur-Akademie der  Deutschen Telekom Stiftung rund um das Thema SOFIA am Hainberg-Gymnasium in Göttingen feierlich eröffnet. DSI Partnerschullehrer Mathias Schäfer und sein Kollege Matthias Deters haben sich mit ihrem Konzept gegen Bewerber aus ganz Deutschland durchgesetzt. Mit dieser Anerkennung haben sie dem Hainberg-Gymnasium eine Anschubfinanzierung von € 10000,00 gesichert. Die Junior-Akademie ist als zweijähriges Wahlpflichtfach angelegt und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe. In der 8. Klasse stehen vor allem die Themen um die Flugzeug- und Sensortechnik sowie die Regelungssysteme an Bord von SOFIA auf dem Stundenplan. Im zweiten Jahr (Klasse 9) soll es dann eher um Beobachtungsinstrumente an Bord der fliegenden Sternwarte, sowie die Infrarotstrahlung kosmischer Objekte gehen, die mit SOFIA untersucht werden soll.

Mathias Schäfer, hatte außerdem das Glück im März dieses Jahres an zwei  Forschungsflügen von SOFIA teilgenommen und den technischen Betrieb des Infrarot-Teleskops im Stratosphärenflug live miterlebt zu haben. Dabei konnte er sich selbst davon überzeugen, wie zum Beispiel die Bewegungen des Flugzeugs infolge von Turbulenzen oder Schwingungen der Triebwerke mit Hilfe hocheffizienter Ingenieurskunst vollständig kompensiert werden konnten und das Teleskop praktisch ungestört präzise Aufnahme oder Langzeitmessungen von Himmelsobjekten realisieren konnte. “Durch persönliche Gespräche mit Teleskopingenieuren habe ich erst die zentrale Bedeutung des komplexen Zusammenspiels verschiedenartiger Sensoren und Aktoren am Teleskop und die dazugehörigen elektronische Regelkreise verstehen können“, schwärmt Schäfer. „Meine persönliche Begeisterung für Flugzeugtechnik wurde besonders durch meine Besuche im Cockpit der Boeing 747SP während des Fluges angefacht, bei denen mir der Bordingenieur den Einsatz der zahlreicher Instrumente aus erster Hand erklärt hat.“

Stark beeindruckt hat ihn zum Beispiel, wie Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker unterschiedlicher Nationen während des Fluges sehr effizient und zuverlässig als Team zusammenarbeiten, was eine solche wissenschaftliche Mission erst ermöglicht. „Die große Bedeutsamkeit der Teamfähigkeit und Verlässlichkeit in technisch-wissenschaftlichen Berufsfeldern wird daher zukünftig als ein wichtiges Lernziel in meinem Unterricht einen höheren Stellenwert einnehmen“, meint Schäfer. Auch in die Gestaltung der Junior-Akademie werden seine persönlichen Erfahrungen aus dem Mitflug einfließen: Die Funktionsweise von Sensoren und Aktoren, wie sie am SOFIA-Teleskop Verwendung finden, sollen in den Unterricht einbezogen werden, in die Schüler und Schülerinnen zum Beispiel vereinfachte Modelle von Kraft- und Beschleunigungssensoren selber nachbauen. Auch das Prinzip von Steuer- und Regelkreisen sollen die Jugendlichen eigenhändig an einfachen Beispielen an Flugmodellen experimentell untersuchen.

Für die didaktische Planung des Unterrichts dieser zweijährigen Junior-Ingenieur Akademie, die zum Ziel hat, junge Menschen für das Berufsfeld von Ingenieuren zu begeistern, bietet das Projekt SOFIA darüber hinaus großartige und sehr motivierende Anlässe, um Schülerinnen und Schüler für technische und ingenieurswissenschaftliche Prinzipien zu interessieren. Mathias Schäfer und Matthias Deters freuen sich nun auf zwei spannende Jahre, in denen sie mit den 30 Schüler und Schülerinnen, die sich für dieses Wahlpflichtfach entschieden haben, die verschiedensten Themen rund um SOFIA angehen zu können: Aerodynamik und Flugsteuerung, Flugmodellbau mit Antrieb und Sensorik, Schwingungsdämpfung, Himmelsbeobachtung, Teleskoptechnik, Infrarotstrahlung und Spektroskopie lassen sich durch SOFIA miteinander verbinden. Schäfer und Deters haben die Absicht, dass die Schülerinnen und Schüler SOFIA als ein spannendes und hochaktuelles Forschungsprojekt mit ingenieurswissenschaftlichen Fragestellungen aus den Bereichen Flugzeugtechnik, Messtechnik und Astronomie wahrnehmen.

Kontakt: Dörte Mehlert, Email: mehlert@dsi.uni-stuttgart.de; Tel.:0711 - 685-69632


SOFIA, das Stratosphären Observatorium Für Infrarot Astronomie, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR; Förderkennzeichen 50OK0901, 50OK1301 und 50OK1701) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA). Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des DLR.